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Presse: Klöckner & Co sieht rückläufige Stahlnachfrage, plant Stellenstreichungen


30.01.2012
aktiencheck.de

Duisburg (aktiencheck.de AG) - Der Metalldistributeur Klöckner & Co SE (ISIN DE000KC01000 / WKN KC0100) sieht in der aktuellen Steigerung der Stahlnachfrage in Europa lediglich eine Zwischenerholung und kündigte den Abbau von Arbeitsplätzen an.

"In Europa gehen wir nur von einem kurzzeitigen Aufschwung aus", sagte Vorstandschef Gisbert Rühl im Gespräch mit der "Financial Times Deutschland" (Montag). Die Kunden füllten zwar ihre Lager zurzeit wieder auf, blieben aber vorsichtig. "Wir richten uns darauf ein, dass die Stahlnachfrage in Europa in diesem Jahr um bis zu 5 Prozent sinkt, es kann aber noch schlimmer kommen", sagte Rühl.

Bezüglich der weiteren konjunkturellen Aussichten äußerte sich der Manager weiter pessimistisch: "Unsere Befürchtungen haben sich bestätigt, dass wir in Europa in eine rezessive Phase hineinlaufen", sagte der 52-Jährige jetzt. Er ist davon überzeugt, dass auch Branchen, die im vierten Quartal noch gute Auftragseingänge hatten, nun deutlich spürbare Rückgänge sehen werden. Dies sei vor allem eine Folge der Staatsschuldenkrise. "Die Unsicherheit auf den Kapitalmärkten ist vermutlich zurzeit noch größer als 2008", meint Rühl. Seine Vorhersage für 2011 hatte der Vorstandschef bereits revidiert und erwartet nun nur noch ein leicht positives Ergebnis oder eine schwarze Null. Der Umsatz soll laut Prognose um 35 Prozent wachsen. 2010 lag er bei 5,2 Mrd. Euro.


Nachdem Rühl dem Konzern bereits im November ein Sparprogramm auferlegt hatte, das die Kosten um 70 Mio. Euro senken soll, konkretisierte der Manager gegenüber der Wirtschaftszeitung nun erstmals, wie viele der aktuell 11.577 Arbeitsplätze bei dem Konzern wegfallen. "Insgesamt werden wir unser Personal um 6 Prozent reduzieren", sagte Rühl. In Europa werde sogar fast jede zehnte Stelle gestrichen. Darin seien auch die Jobs enthalten, die durch den Verkauf von Randgeschäften verloren gingen. "Dabei lassen sich - in allerdings geringem Umfang - betriebsbedingte Kündigungen nicht vermeiden", so Rühl. Besonders stark betroffen sei die Zentrale in Duisburg: Dort wird jede fünfte Stelle überflüssig. Bis Ende Juni solle das Sparprogramm umgesetzt sein.

Von den Streichungen kaum betroffen sind laut dem Bericht die nordamerikanischen Tochtergesellschaften. Die Konjunkturlage dort beurteilt Rühl viel optimistischer: "In den USA erwarten wir, dass die Stahlnachfrage deutlich zulegt, wir wollen mit mindestens 5 Prozent überproportional wachsen."

Wegen der guten Aussichten in Nordamerika rechnet Rühl 2012 wieder mit einem positiven Ergebnis: "Aus heutiger Sicht gehen wir davon aus, dass wir 2012 auch durch Zukäufe den operativen Gewinn steigern können." Dann sei auch wieder eine Dividende möglich. Für 2011 müssen die Aktionäre darauf verzichten.

Die Aktie von Klöckner & Co verliert derzeit 7,17 Prozent auf 10,87 Euro. (30.01.2012/ac/n/d)



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